Mein schönes Havelland
 

Doberlug-Kirchhain   


        die einstige Residenz der                                 sächsischen Herzöge


Eine Tagessreise führte uns 2015 von Falkensee über Baruth/Mark und Luckau nach Doberlug-Kirchhain, einem Ort mit ca. 9000 Einwohnern am Rande des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft...


Doberlug-Kirchhain ist eine Zwillingsstadt - die beiden Ortsteile liegen ca. 2,5 km voneinander entfernt. So gibt es z.B. zwei freiwillige Feuerwehren und Vereine für jeden Stadtkern...

Zur Entstehung Doberlug:

- erste Erwähnung in 1005 als Dobraluh (sorbisch)

- Gründungsdatum 1. Mai 1165. Unter Herrschaft des Markgrafen Dietrich von Landsberg und Eilenburg entstand das Zisterzienserkloster Dobrilugk

- in 1184 wurde die Klosterkirche errichtet und 1228 eingeweiht

- um 500 v. Chr. siedeln um Kirchhain germanische Volksstämme (Semnonen und Burgunder), um 600 v. Chr. wandern die Sorben (Wenden) in die Lausitz.

Die Mönche von Dorbilugk (Doberlug) handelten nach dem Gebot der Eigenversorgung, waren aber bestrebt ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Doberlug verbot den Handel - so gründete man den 2,5 km entfernten Marktplatz Kirchhain... (Texte bei Führungen mitgeschrieben)


 Einstige Residenz der sächsischen Herzöge - heute ist es ein Kultur- und Ausstellungszentrum der Stadt.

Erbaut von 1551 - 1676 im sächsischen Renaissancestil. Das Schloss war z.B. Aufenthaltsort von Friedrich II. von Preußen, Napoleon und der Nationalen Volksarmee der DDR ...


Zwischen 1998 und 2014 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten.



Schlosswappen 





stattliche Linde im Innenhof des Schlosses. Bild darunter: Panoramafoto Schlossturm, in 2007 wurde die Turmspitze neu aufgesetzt

Aus der einstigen Klosterabtei ließ Hans Georg von Sachsen ein kleines Jagdschloss bauen, sein Sohn baute es zum Schloss aus, angelehnt an ein Jahr:  1 Eingangstor (das Jahr), 12 Giebel (Monate eines Jahres), 52 Räume (Wochen eines Jahres) und 365 Fenster (Tage eines Jahres)

Schlossansichten



Regenwasserabfluss

Gedenkeiche

auch die Schlossgräben wurden saniert 

auf dem Weg vom Schloss zur Klosterkirche


Evangelische Zisterzienserklostgerkirche Doberlug















Die Klosterkirche St. Marien (1228 eingeweiht, urkundlich aber nicht nachweisbar) zählt zu den bedeutendsten bauwerken Südbrandenburgs. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika in Form eines lateinischen Kreuzes. Gebaut aus Backstein, gotischer Baustil. Baubeginn soll 1184 gewesen sein...

Klosterkirche - rechts ist ein Teil des Schlosses zu sehen

Die Kirche hat im Lauf der Jahre immer wieder Schäden durch Zerstörung erlitten

...Hussiteneinfall 1431, danach notdürftig hergestellt, 1637 und 1643 schwere Schäden durch schwedische Soldaten

Herzog Christian I. ließ die Kirche nach Erweiterung des Schlosses ausbauen

Einweihung am 13. September 1676 als evangelische Schloss- und Pfarrkirche

Schlosshof

sinnvolle Nutzung leer stehender Räume

Nach Erweiterung des Schlosses in seiner heutigen Form wurde das Gotteshaus als protestantische Schloss- und Pfarrkirche wieder in Betrieb genommen (1676)

SOLI DEO GLORIA! - (Gott allein zur Ehre)


Kreuzaltar

1875 wird die Sauer-Orgel mit zwei Manualen und 25 Register eingebaut



"Anno 1815 nach der Zuweisung an Preußen wurde die Herrschaft von Dobrilugk samt der markgrafschaft Niederlausitz der Provinz Brandenburg angegliedert"

(so ist es in der Kirche zu lesen)

wunderschöne Metallarbeit


Anfang des 20. Jh. wurde eine Neuausstattung vorgenommen, wie sie heute noch zu sehen ist. Der Architekt Carl Weber (1870-1915) schuf bis 1909 die Kanzel, das Taufbecken, Kreuzaltar, Orgel und Orgelempore, Chorgitter und Triumphkreuz

Eine Ausstattung, die in einzigartiger Qualität besticht!

Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten begannen in 1996 an den gesamten Dach- und Turmflächen

Taufbecken - der Aufbau des Taufbeckens wird hochgezogen...

... erst dann ist die vergoldete Taufschale sichtbar (das Foto war mir erlaubt)


Das Ausmaß der Kirche ist mit einem Fotoklick nicht zu erfassen- wir waren überwältigt nicht nur von der Größe und Baukunst, sondern auch von der Ausstattung und den langjährigen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.

1998 wurde dem 900-jährigen Jubiläum des Zisterzienserordens gedadcht. Die ersten Zisterziensermönche kamen aus Volkerode im Thüringischen.

Nach dem Besuch der "steinernen" Sehenswürdigkeiten kutschierten wir durch die Niederlausitzer Heidelandschaft (Heide in Hohenleipisch)  Vielleicht können wir in 2020, wenn die Corona-Krise überwunden ist, wieder einen Ausflug in die Niederlausitz unternehmen... 

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